Joachim Keils Blog

Von Staatsrundfunk und Zwangsgebühr

Jürgen Kaube schrieb am 26. Juni 2017 in der Frankfurter Allgemeine einen - wie ich finde - grandiosen Artikel mit der Überschrift "Von Staatsrundfunk und Zwangsgebühr (Demokratie in den Medien)" zu dem Thema "Rolle der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten" und den damit verbundenen aktuellen "ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice". Sehr gekonnt thematisiert er dabei auch die immer wieder in den Diskussionen aufkommenden Schlagworte: "Staatsrundfunk" bzw. "Staatsmedien", "Grundversorgung", "Zwangsabgabe" und "Demokratieabgabe", ohne generell das grundsätzliche duale System mit privaten und öffentlich-rechtlichen Anbietern in Frage zu stellen. Dieser Artikel ist aus meinen Augen eine Sternstunde des aktuellen deutschen Journalismus. 

 

Link zum Artikel in der Frankfurter Allgemeine Zeitung:

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/rundfunkbeitrag-alle-fuer-alles-ist-dumm-15168540.html?GEPC=s5

 

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Der Auftrag der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten...

Am 23. Juni 2017 war in der Süddeutschen Zeitung zu lesen, dass Thomas Fuhrmann, Leiter der Hauptredaktion Sport im ZDF, kein Problem damit hat, nach dem Verlust der Champions League Rechte auf Firmen wie Amazon zuzugehen.  Für mich war es eine gute Nachricht, dass nicht auch in Zukunft merkliche Prozentsätze der durch den "ARD-ZDF-Deutschlandradio-Beitragsservices“ eingesammelten Gelder dort ausgegeben werden. Auch ich schaue gerne mal das ein oder andere Champions League Spiel. Das werde ich dann auch bestimmt in der Zukunft auch anders hinbekommen - gerne zahle ich auch für die Möglichkeit, ein Spiel anzusehen (entweder in einer Sports-Bar in Form von Getränken oder über einen "Kauf-Pass". 

 

Das ZDF soll doch statt mit Amazon zu sprechen hier den öffentlich-rechtlichen Auftrag, den der Rundfunkstaatsvertrag vorgibt, auch endlich ernst nehmen und sich auf Inhalte konzentrieren, die nicht auch sonst den Weg ins deutsche TV-Programm finden würden. Die BBC macht es doch mit hervorragenden Dokumentationen und hochwertigen Film- sowie Serienproduktionen vor. Das würde auch dem Niveau unseres nationalen TV-Programms gut tun.

 

Link zum Artikel in der Süddeutschen Zeitung:

http://www.sueddeutsche.de/medien/fernsehrechte-zdf-will-nach-verlust-der-champions-league-auf-amazon-zugehen

 

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Jan Böhmermann, das satirisches Gewissen der Republik?

Heute veröffentlichte Felix Zwinscher in der Welt den Artikel Jan Böhmermann bekommt sein „Piep!“ ¹, der von einem Besuch von Jan Böhmermann bei seinem US-Kollegen Seth Meyers in dessen Late-Night-Show berichtet. Dabei wird Jan Böhmermann als "das satirisches Gewissen der Republik" bezeichnet. Das verwundert! Vielleicht ist seine Show und sein Werkeln eher ein gutes Beispiel für die Veränderungen in unserer Gesellschaft, die unser Innenminister Thomas de Maizière gerade gestern bei der Vorstellung der Kriminalstatistik für 2016 am Rande ebenfalls beschrieben hat. Dort sagte er: „Die Verrohung der Gesellschaft ist besorgniserregend“ ².  Zwar bezog er diese Aussage in erster Linie auf die vorgestellte aktuelle Kriminalstatistik. Aber es ging auch darum, dass immer mehr Grenzen in unserer Gesellschaft fallen. Und diese fallenden Grenzen sind nicht nur bei Tätlichkeiten, sondern auch bei Worten (z.B. in  Form von Respektlosigkeiten, Beleidigungen und falschen Behauptungen) zu finden. Was haben Beleidigungen und "Witze zu Lasten Dritter" alleine mit Satire zu tun?  Satire ist mehr als das. 

 

Bei Wikipedia wird Satire wie folgt beschrieben: "Satire ist eine Kunstform, mit der Personen, Ereignisse oder Zustände kritisiert, verspottet oder angeprangert werden. Typisches Stilmittel der Satire ist die Übertreibung" ³.

 

Verwechseln viele vielleicht "absichtliche Übertreibungen" mit Beleidigungen?  Wir haben mit Max Uthoff, Christine Prayon, Serdar Somuncu, Hazel Brugger, Urban Priol, Claus von Wagner oder Oliver Welke hervorragende Satiriker im TV-Programm, die der Kunstform Satire alle Ehre machen. Und dabei habe ich nur einige exemplarisch genannt und mich auf Namen, die aus Funk und Fernsehen bekannt sind, beschränkt. Nur weil jemand "lauter" ist und mehr twittert, ist er noch nicht "besser". Jan Böhmermann gehört zumindest für mich (aktuell noch) nicht zu dieser "ersten Garde" und ist damit auch definitiv nicht "das satirische Gewissen der Republik". 

 

Der leider schon verstorbene deutsche Journalist, Satiriker und Aphoristiker Wolfgang J. Reus (1959 - 2006) sagte übrigens einmal zum Thema Satire: "Es soll ja auch Leute geben, die tatsächlich glauben, Satiriker schrieben ihre Texte wirklich zum Spaß ..."

 

Quellen:

¹ : Artikel "Jan Böhmermann bekommt sein „Piep!“von Felix Zwinscher in der Welt vom 25.04.2017 

(https://www.welt.de/kultur/article163974426/Jan-Boehmermann-bekommt-sein-Piep.html)

² : Artikel "De Maizière spricht von einer „Verrohung unserer Gesellschaftin der Berliner Zeitung vom 24.04.2017 

(http://www.berliner-zeitung.de/politik/kriminalstatistik-2016-de-maizière-spricht-von-einer--verrohung-unserer-gesellschaft---26760880)

³ : Artikel "Satire" (10. November 2015) in Wikipedia, einer freien Enzyklopädie, welche in Gemeinschaftsarbeit mit Hilfe von Wikis erstellt wird

(https://de.wikipedia.org/wiki/Satire)

 

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Gibraltar - Der Grund für einen neuen Krieg in Europa?

Heute ist in der Welt (bzw. auf www.welt.de) zu lesen, dass wegen des Gibraltar-Streits schon über Krieg gesprochen wird: https://www.welt.de/Wegen-Gibraltar-Streits-wird-schon-ueber-Krieg-gesprochen.html

 

Wie können gewachsene Demokratien in Europa, die zudem auch beide (noch) EU-Mitglieder und Nato-Partner sind, sich wegen ein paar Steinen, auf denen Affen wohnen, so "erhitzen"? Klar ist (und noch mehr war) Gibraltar ein wichtiger militärisch strategischer Ort. Und nicht zu ignorieren ist auch, dass in Gibraltar im Jahr 2002 eine Volksabstimmung war, bei der 99% der Einwohner sich für Großbritannien ausgesprochen haben. Wie aber soll man Frieden in Europa dauerhaft erhalten können, wenn selbst solche "Meinungsverschiedenheiten" zu einem Säbelrasseln und zu Kriegsdrohungen unter engen Partnern führen? Erschreckend! Hier sollten sich die anderen 26 EU-Partner rasch und deutlich positionieren und klare Ansagen machen.

 

Dazu fällt mir ein Zitat* von Willy Brand ein: "Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts".

(Quelle: Entwicklung und Frieden im 21. Jahrhundert: Zur Wirkungsgeschichte des Brandt-Berichts, ISBN 983801202811, 2010 Verlag Dietz, Seite 44)

 

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